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Handball – eine kulturelle und politische Alternative zum Fußball?

Handballer sind intelligenter, Handballer sind boden- ständiger, beim Handball herrscht weniger Rassismus als beim Fußball. Ich kann es nicht mehr hören. Verdankt der Handballsport seine vermeintliche Unschuld nicht einfach der Tatsache, dass er weniger Aufmerksamkeit genießt? Dass sich Autokraten, Investoren, Korrumpels und Medien halt mehr für den Fußball interessieren, weil dieser deutlich populärer ist als Handball?

Wie der BVB und der FC Bayern ihre Kader erneuern

Dass Borussia Dortmund in der Bundesliga für Furore sorgt, ist nicht zuletzt das Resultat einer exzellenten Kaderplanung. Geholt wurden sechs Ausländer: der Franzose Abdou Diallo von Mainz 05, der belgische Routinier Axel Witsel von Tianjin Quinjan, der Däne Thomas Delaney von Werder Bremen, der Marokkaner Achraf Hakimi von Real Madrid, der Spanier Paco Alcacer von der Bank des FC Barcelona und der Schweizer Keeper Marwin Hitz von Mainz 05.

Die Bayern und die European Super League

Ein bisschen ist die Debatte über die Pläne zur Etablierung einer European Super League eine „deutsche Diskussion“. In Deutschland scheint sich die Illusion, dass Sport eine moralisch blitzblanke Angelegenheit und ein Tummelfeld für Idealisten ist, besonders hartnäckig zu halten. Entsprechend groß ist nun die Empörung.

Eine peinliche Pressekonferenz

Ende der 1970er sollte ich einen frischgebackenen grünen Kommunalparlamentarier auf eine politische Diskussionsveranstaltung vorbereiten. Es ging um den Bundestagswahlkampf Schmidt gegen Strauß. Mein Klient war von der ersten „grünen Welle“ ins Parlament gespült worden und ziemlich ahnungslos, wenn es um die „große Politik“ ging.

Der Fußball und das Bier

Die Ehe von Fußball und Bier ist fast so alt wie das moderne Spiel selbst. Der Fußball und das Bier – das ist die älteste kommerzielle Verbindung in diesem Sport. Die Aufstiege der berühmten britischen Klubs FC Liverpool, Manchester United und Celtic Glasgow waren zumindest auch das Werk von Bierbrauern und Gastwirten, die im Fußball einen großen Absatzmarkt erblickten. Aber auch in Deutschland waren diese nicht selten erste Mäzene und wirtschaftliche Profiteure des Spiels.

Hier spricht man deutsch

„Wir wollen den Kern unserer Kabine und der Mannschaft deutsch haben. Wir wollen die Tugenden des deutschen Fußballs hier haben und den deutschen Fußball auch in der Welt repräsentieren.“

WM-Fußball und Ballbesitz

Während und nach der WM wurde das Ende des Ballbesitzfußballs diagnostiziert. Dass dieses Turnier wegweisend für die weitere Entwicklung des Fußballs war, bezweifle ich. Russland 2018 war eine zweitklassige Veranstaltung, auf der Turnierfußball gespielt wurde. Folglich kann so manche Lehre auch nur auf den Turnierfußball Anwendung finden.

Der DFB, sein Präsident und ihre Erklärungen

Am Wochenende des WM-Finales forderte Reinhard Grindel in einem Interview, Özil müsse sich zu Erdogan äußern – zwei Monate nach dem Fotoshooting mit dem Autokraten. Grindel begründete dies mit einem „veränderten Resonanzboden für das Thema Integration“, benutzte somit die rassistische Stimmung im Land als Druckmittel.*

Anmerkungen zum deutschen Ausscheiden

Ich gehe mal davon aus, dass das hier Geschriebene vielen zu seicht ist. Zu wenig Prügel für den Trainer. Zu wenig Prügel für die (angeblich) satten und lauffaulen Millionäre. Zu wenig Prügel für den DFB, der bei der Gündogan / Erdogan / Özil-Affäre (angeblich) versagt hat. (Die Kritik an der Haltung des DFB wurde irgendwann zum Selbstläufer – niemand musste, geschweige denn konnte, mehr erzählen, was der Verband hätte anders machen sollen.)

Özil, Gündogan und „unsere Werte“

„AfD wirkt!“, postete Alice Weidel, als Jogi Löw gegen die Schweden auf Mesut Özil verzichtete. Natürlich glaubt auch Weidel nicht, dass Löw eingesehen hat, dass dieser „Türke“ Mesut Özil nicht in eine deutsche Nationalmannschaft gehört. Was Weidel meint, ist, dass rassistisches Mobbing funktioniert. Die Hetz- und Hasskampagne hatte möglicherweise Özils Leistungsfähigkeit in einem Ausmaß gehemmt, dass der Bundestrainer entschied, ihm lieber eine Pause zu gönnen.

40 Jahre WM 1978 in Argentinien. Die Geschichte des Schiedsrichters Abraham Klein

Abraham Klein erblickte 1934 im rumänischen Timisoara das Licht der Welt. Die heute ca. 320.000 Einwohner zählende Stadt im Westen Rumäniens wird häufig als schönste des Landes beschrieben. Kleins Erinnerungen an Timisoara sind weniger schön. 1920 zählte die Stadt über 8.000 Bürger jüdischer Abstammung, das waren etwa zehn Prozent der damaligen Bevölkerung. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Antisemitismus in Timisoara Hochkonjunktur. Im August 1941 wurden alle männlichen Juden zwischen 18 und 50 Jahren in ein Zwangsarbeitslager verfrachtet.

Meine Trainer der Saison: Niko Kovac und Julian Nagelsmann

Niko Kovac und Julian Nagesmann sind meine Trainer der Saison. Es ist schon irre, wie das, was Kovac in Frankfurt seit seinem Amtsantritt im März 2016 geleistet hat, in den letzten Wochen kleingeredet wurde. Der achte Platz in der Bundesliga ist mehr, als ich von der Mannschaft vor der Saison erwartet hatte. Klar, zwischendurch lag man sogar mal auf einem Champions-League-Platz. Aber niemand konnte ernsthaft glauben, dass es dabei bis zum letzten Spieltag bleiben würde.

Über „Deutsch-Türken“, die Nationalelf und völkische Träume

Hamit Altintop und Nuri Sahin sprechen fließend deutsch. Besser als mancher Bio-Deutscher. Bislang hat kaum jemand behauptet, sie seien nicht integriert. Aus westdeutscher Sicht sind sie sicherlich integrierter als einige Sachsen. Hamit Altintop entschied sich aber trotzdem für eine Nationalspielerkarriere mit der Türkei. Altintop: „Ich bin Deutschland sehr, sehr dankbar, ich habe hier sehr viel gelernt und sehr viele Chancen bekommen.

Anmerkungen zur „Affäre“ Gündogan/Özil

Dass unsere beiden Nationalspieler ein „fremdes“ Staatsoberhaupt als ihren Präsidenten bezeichnen, ist für mich nicht sonderlich problematisch. Als in den USA Obama gewählt wurde, war er für mich, der sich für die USA interessiert und Städte wie New York und Chicago liebt, ebenfalls „mein Präsident“. Obwohl ich kein US-Bürger bin, nicht einmal US-Wurzeln habe. Das hat mir damals niemand vorgeworfen.

Quo vadis, Juniorenfußball?

Gibt es eigentlich noch eine Unterscheidung zwischen Senioren- und Juniorenfußball? Oder wird der Nachwuchsfußball immer mehr zum Seniorenfußball? In der U19-Bundesliga genügen manchmal schon drei Niederlagen in Folge, damit sich auch hier das Trainerkarussell dreht. Die U19 des Profiklubs XY gewinnt in dieser Saison nicht die Meisterschaft. Aber im Gegensatz zur Meisterelf vom Vorjahr sind drei Spieler dabei, die es in die 1. Mannschaft bzw. in den Profibereich schaffen – dank guter Ausbildungsarbeit.

Bayern München

Niko Kovac: Anmerkungen zu einer (vermeintlichen) C-Lösung

von Dietrich Schulze-Marmeling – Mit Niko Kovac wird im Sommer 2018 eine C-Lösung neuer Trainer des FC Bayern. Ob der ehemalige Bayern-Spieler tatsächlich nur Trainer wurde, weil Heynckes nicht mehr wollte, Klopp vertraglich gebunden war und Tuchel keine Lust auf Uli Hoeneß hatte, sei dahingestellt.

Anmerkungen zum „Fall Aubameyang“

Von Dietrich Schulze-Marmeling – Ich wundere mich immer wieder, dass Fans nicht wahrhaben wollen, dass Profifußballer tatsächlich Profifußballer sind.

Der Arbeitsplatz wird auch in anderen Berufen gewechselt – wegen eines höheren Gehalts, mehr Verantwortung und Macht, einer netteren Arbeitsatmosphäre, einer attraktiveren Stadt, dem Lebenspartner.

Bayern München

Dramatische Wende im Streit um den FC Bayern in der NS-Zeit

Im Streit um die Politik des FC Bayern in der NS-Zeit ist es zu einer dramatischen Wende gekommen. Im Mai 2016 hatten der „Spiegel“ und der Religionsphilosoph Markwart Herzog noch behauptet, der FC Bayern habe seine Juden „schlimmer als die Nazis“ behandelt. Nun berichtet Spiegel.online über den von Herzog entdeckten „Fall Harlacher“.

Fußball-Derbys in Belfast

Am 5. Oktober spielt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Belfast gegen Nordirland. Eine kleine Gruppe, zu der u.a. die Werkstatt-Lektoren Bernd Beyer und Christoph Schottes sowie Werkstatt-Autor Gregor Schnittker gehören, wird aus diesem Anlass in Belfast eine kleine Fußballtour unternehmen. Auf dem Programm stehen u.a.

Westfalen

KLARTEXT: Anmerkungen zum „Fall Gütersloh“

Am 1. Januar dieses Jahres meldete der westfälische Oberligist FC Gütersloh 2000 Insolvenz an. Für viele war dies ein Beleg dafür, was im Verhältnis des „großen Fußballs“ zum „Amateurfußball“ falschläuft. So heißt es in einer Erklärung des FC Eintracht Rheine, der ebenfalls in der Oberliga Westfalen spielt: ...

Mit Ball oder ohne?

Seit einigen Monaten hat den deutschen Fußball eine neue Mode heimgesucht: Das Spiel ohne den Ball, der freiwillige Verzicht auf seinen Besitz, die Fokussierung auf Reaktion anstatt Aktion.

Von den Problemen eines Drittligisten

Beim SC Preußen Münster wird das große Rad bewegt. Ein neuer Vorstand mit dem SPD-MdB Christoph Strässer an der Spitze will den Drittligisten innerhalb der nächsten acht Jahre in die Beletage des deutschen Fußballs führen. Mit Hilfe eines neuen Stadions, das 40.000 Zuschauer fasst.

Interview mit Peter Hyballa

Peter Hyballa (40) ist seit Sommer 2016 Cheftrainer beim niederländischen Erstligisten NEC Nijmegen. Begonnen hat er seine Trainerkarriere im Nachwuchsfußball seiner Heimatstadt Bocholt. Anschließend trainierte Hyballa Preußen Münster U17, Arminia Bielefeld U19, Ramblers Windhoek (Namibia), VfL Wolfsburg U17 und U19, Borussia Dortmund U19, Alemannia Aachen (2. Bundesliga), Red Bull Juniors Salzburg, Sturm Graz, Bayer Leverkusen U19 und für fünf Bundesligaspieltage Bayers Profis (gemeinsam mit Sascha Lewandowski – mit dem Ergebnis von 13 Punkten aus fünf Spielen, wodurch die Werkself noch in die Qualifikation zur Champions League kam).
Bayern München

Der FC Bayern, die Nazis und Herr Herzog

Seit einigen Tagen befindet sich der von Dr. Markwart Herzog herausgegebene Band „Die ‚Gleichschaltung‘ des Fußballsports im nationalsozialistischen Deutschland“ auf dem Markt. Im Vorfeld hatte der Herausgeber kräftig die Werbetrommel gerührt und dabei seinen eigenen Beitrag in den Mittelpunkt gestellt: „Die drei ‚Arierparagrafen‘ des FC Bayern München. Opportunismus und Antisemitismus in den Satzungen des bayerischen Traditionsvereins“.
Taktik

Deutschland sucht den „Neuner“

„Es wird nun im ganzen Land nach einem Torjäger gerufen, und in manchen Medien wird Joachim Löw zumindest eine Teilschuld daran gegeben, dass er diese Entwicklung aufgehalten hätte mit seiner Erfindung der ‚falschen Neun‘ in der Nationalmannschaft. Der Vorwurf ist einigermaßen absurd. Denn Löw hat nur darauf reagiert, dass nach Miroslav Klose kein weiterer Topmann stabil zur Verfügung stand.“ — Jan Christian Müller in der „Frankfurter Rundschau“
Taktik

Euro 2016 – eine Turnieranalyse

Mit Deutschland ist die vielleicht taktisch und spielerisch überzeugendste Elf der EM 2016 im Halbfinale ausgeschieden. Der Ausfall von Gomez, Hummels und Khedira – und während des Halbfinals auch noch Boateng – war einfach zu viel. Hinzu kam eine höchst unglückliche Dramaturgie.

16 oder 24?

Die EM neigt sich ihrem Ende zu. Schon jetzt kann man sagen: Die Qualität war nicht berauschend. Hierfür wird u.a. die Ausweitung des Turniers von 16 auf 24 Mannschaften verantwortlich gemacht.
Taktik

Mein lieber Scholli – Mehmet Scholl und die Fußballtaktik

TV-Experte Mehmet Scholl hat Bundestrainer Jogi Löw und seinen Stab heftig kritisiert. Die Entscheidung, gegen die Italiener mit einer Dreierkette zu spielen, sei falsch gewesen. Löw höre zu viel auf seinen Scouting-Experten Siegenthaler, der lieber morgens im Bett bleiben solle (um sich dort wund zu liegen).
Irland

Irland, Fußball und der Brexit

Bei der EM in Frankreich war die irische Insel erstmals mit zwei Teams vertreten. Beide Teams, das der nordirischen Irish Football Association (IFA) und das der südirischen Football Association of Ireland (FAI), sind im Achtelfinale ausgeschieden – einen bzw. zwei Tage nach dem britischen EU-Referendum, bei dem eine Mehrheit für den „Brexit“ votierte.

Russische Randale bei der EM

Die Anzeichen verdichten sich, dass es sich bei der Gewaltorgie russischer Hooligans um eine professionell geplante und organisierte Aktion handelte. Das waren keine „normalen Hools“, mit denen sich die Engländer prügelten. Englische Bierbäuche trafen auf durchtrainierte Burschen, die einer paramilitärischen Truppe ähnelten. Bestens ausgebildet und in der Lage, „hyper-schnelle und hyper-gewalttätige Interventionen“ durchzuführen, wie es Brice Robin, der Staatsanwalt von Marseille, formulierte.

Zeitgeschichtliches zur EM: Das Team Nordirland

Bei der EM in Frankreich wird die DFB-Elf im letzten Gruppenspiel auf Nordirland treffen. Für die Nordiren ist es die erste Teilnahme an einem großen Turnier seit der WM 1986 in Mexiko. Seither hatte sich die europäische Fußballlandkarte erheblich verändert. War Nordirland jahrzehntelang der Größte unter den Kleinen Europas gewesen (auch bei den WM-Turnieren 1958 und 1982 spielte die Provinz mit), so wurde diesem Status nun durch die Auflösung der Sowjetunion, Jugoslawiens und der Tschechoslowakei der Boden entzogen.

Anmerkungen zum Guardiola-Bashing

Kurz vor Guardiolas Abgang nach England überschlagen sich einige Experten darin, dessen Leistungen beim FC Bayern herabzuwürdigen. Mit Felix Magath nun auch ein ehemaliger Bayern-Trainer, der in der Sendung „kicker.tv – Der Talk“ lapidar behauptete: „Ohne Champions League-Gewinn hätte das sicher auch ein anderer geschafft.“ Magath stellte sogar Guardiolas Wirken beim FC Barcelona nachträglich in Frage: „Guardiola hatte bei Barcelona die besten Spieler Europas.“ Richtig ist: Guardiola hatte einige der besten Spieler Europas. Und viele von ihnen gehörten in diese Kategorie, weil Guardiola sie ausgebildet oder weiterentwickelt hatte.

Congratulations Leicester

Über das Himmelfahrtswochenende fahre ich mit drei Jugendmannschaften nach Manchester. Auf dem Rückweg zum Kontinent wollten wir noch ein Premier-League-Spiel mitnehmen. Entlang der Route kamen nur Aston Villa, Crystal Palace, West Ham und Leicester in Betracht.

Quo vadis, Ultras?

In einigen Stadien macht sich mittlerweile eine Anti-Ultra-Stimmung breit. In Münster ist die Situation mal wieder eskaliert, nachdem beim Spiel Preußen Münster gegen Energie Cottbus im Bereich der Ultras ca. 60 Rauchtöpfe gezündet wurden, wodurch auch einige unbeteiligte Zuschauer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die „Ultras raus!“-Rufe häufen sich im Preußenstadion.

Johan Cruyff und der Nachwuchsfußball

Marco Henseling hat für Spielverlagerung.de einen sehr lesenswerten Beitrag zum Thema „Relative Age Effect“ (RAE) geschrieben. „Der RAE ist eines der interessantesten Phänomene im Nachwuchssport – und eines der besorgniserregendsten. Im Wesentlichen besagt er, dass innerhalb eines Jahres – oder genauer: innerhalb eines Selektionszeitraumes – früh geborene Sportler gegenüber jenen, die in einem späteren Monat geboren sind, systematisch bevorzugt werden.

Geschlossene Gesellschaft?

Von Dietrich Schulze-Marmeling – In Frankreich führt das von Katar gesponserte Paris St. Germain nach 32 Spieltagen die Tabelle mit einem Vorsprung von 25 Punkten an. Dies wusste man bereits vor Anpfiff der Saison. In der englischen Premier League gestaltet sich die Situation völlig anders. Dort führt nach 32 Spieltagen Leicester City, das nun wirklich niemand auf der Rechnung hatte. Hingegen ist für das von den Vereinigten Arabischen Emiraten gepäppelte Manchester City der Meisterschaftszug so gut wie abgefahren.

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